Donnerstag, 29. November 2012

Donnerstag, 22. November 2012

Callfusion of the iron sky



Bei der Filmvorschau zu Beginn sieht man schon, dass es sich hier nicht um einen klassischen Hollywoodfilm handelt. Da gibt es einen relativ trashig wirkenden Actionfilm und einen mit sehr viel Pathos ausfgeladenen Kriegsfilm. Um die Vorbedingungen zu verschärfen, nehme ich gleichzeitig an einem Webinar für ein Pyramidenspiel teil. Jemand hat mir das aufgeschwatzt. Ich kenne so etwas noch von einem Kumpel. Der wollte uns ständig Putzmittel verkaufen.
Nun gut. Es geht los. Ein Raumschiff landet auf dem Mond. Man merkt schon, dass es sich um einen Film handelt, der wahrscheinlich kein so großes Budget wie Star Wars hatte. Der Schwerpunkt wird also auf der Story liegen. Die Kinder in der Schule lernen natürlich die Runenschift.  Udo Kier spielt einen Bösen. Anders wäre es gar nicht möglich gewesen. Ist natürlich total witzig, wenn der Held ein Schwarzer ist. Geht es hier doch um Nazis, die auf der Rückseite des Mondes einen totalitären Militärstaat errichtet haben.
Die Werbung, die während des Webinars eingeblendet wird, ist manchmal geradezu lächerlich. Jetzt wird ein Ehepaar  in ihrem neuen Wintergarten gezeigt, den sie sich durch die erwirtschafteten Profite aus ihrer Teilnahme bei „Callfusion“ leisten  konnten. Sie laden uns nun zu einem weiteren Webinar ein. Es soll „witzig und teamely“ werden.
Der Held hat sehr schnell die Frau gefunden. Er heißt im wirklichen Leben Christopher Kirby und ist uns aus Matrix bekannt, wo er Zion als treu sorgender Ehemann bis zum Schluss verteidigt hatte. Sie heißt Julia Dietze und sie spielt charmant und überzeugend. 
Jetzt kommt doch tatsächlich Werbung für eine Alpaca-Farm! Total schlecht gemacht. So wie MDR Ortszeit in Piesteritz. Außerdem finde ich, dass ohnehin zu viel von diesen Werbeeinspielern laufen. Doch was machen eigentlich unsere Helden?
Wir befinden uns auf der „Raumschiffswerft der Götterdämerung“ So martialisch wie diese Namen wirkt auch das Auftreten Udo Kiers. Die gute Nachricht: Es gibt sogar einen verrückten Professor. Auf der Seiten der Bösen. Die Moderatorin aus dem Webinar könnte meine Mutter sein. Sie macht das anscheinend noch nicht sehr lange. Letztes Mal sprach so ein Businessfreak, so ein auf Erfolgsstorys geeichter Webprofi, der die Geschäftsidee nach einer Identitätskrise infolge von zwei Schlaganfällen aufgegriffen hat. Aber zurück zum Film:
Der verrückte Professor, den Christopher Kirby „Mini-Mengele“ nennt, will dem afroamerikanischen Helden eine riesige Spritze mit „Albinisierer“ verabreichen. Die jokes sind echt gut. Gerade eben wurde ein Hitlergruß in einen erhobenen Daumen umgewandelt. Doch ich will nicht zuviel verraten. Ich schreibe ab jetzt nichts mehr zur Story, sondern gebe nur noch eine Gesamtbewertung.
Nazi-Ufos wurden übrigens tatsächlich schon gesichtet. Überzeugt Euch hier:
Im Webinar sind wir nun auf dem Höhepunkt angelangt. Es gibt ständig neue Informationen: „Der 2 bis 5 Jahresplan“, der einem hilft ein „realistisches Einkommen“ aufzubauen. Immer wieder wird von einem tollen Haus, einem Auto geredet, und das man sich das durch ein bißchen Arbeit am Computer leicht erarbeiten könnte. Die Moderation ist nicht gut. Es fehlt der Drive!
Eine Entdeckung ist Darstellerin Pepa Sergeant. Die besten Szenen hat der Film, wenn es zum Kulturen-Clash auf der Erde kommt. Gute Unterhaltung, wobei „Iron Sky“ eher die Anhänger von Computerspielen und Fantasystories begeistern wird. Erwähnenswert ist, dass das Geld für die Produktion durch Crowdfunding im Internet zusammenkam. Interessant ist die Person, die von Götz Otto dargestellt wird. Doch nun ist das Webinar zu Ende. Wir gelangen eine Stufe höher in der Pyramide. Vielleicht erreichen auch wir bald den Iron Sky.

Montag, 19. November 2012

Im Altenheim



Eine Dame ist mir in Erinnerung geblieben. Sie ist total niedlich und extrem durcheinander. Ich mag es, neben ihr zu sitzen, oft sogar kniend und ihre Hand zu halten. Diese kleine Hand. Und dann mache ich einen Witz oder singe mit ihr ein Lied. In ihrer Jugend ist sie viel gewandert. Ich als Jungspund kenne natürlich nicht alle Wanderlieder, aber an die Zeile „Bis er kommt nach Innsbruck rein, Wo man trinkt Tiroler Wein“ konnte ich mich noch gut erinnern. Die Dame kommt aus Tirol. Wir haben uns sofort verstanden. Jedes Mal wenn ich sie morgens wecke, glaubt sie, mich wiederzuerkennen. Doch bringt sie in ihrer Erinnerung alles durcheinander. Einmal meinte sie, in mir jemanden wiederzuerkennen, der mit ihr damals eine Wandertour zu den traditionellen Kirchen in der Nähe von Bozen gemacht hat.  Es besteht immer die Gefahr, sie zu verunsichern oder sogar zu ängstigen. Das passiert immer dann, wenn man zu schnell mit ihr redet oder sie nicht bei allen Dingen, die sie macht, begleitet und regelmäßig nach ihr sieht. Sie braucht Zuneigung. Nicht jeder Mensch braucht das. Einige Damen und Herren, so glaube ich, wollen nicht, dass man sich fortwährend bei ihnen im Zimmer aufhält. Sie wollen den Standard-Talk während des Eincremens und Anziehens. Mehr jedoch nicht.  Aber die Dame, von der ich hier spreche, braucht Zuneigung. Sonst verliert sie das Gleichgewicht, physisch und psychisch. Nur Zärtlichkeit kann ihr helfen, nicht ängstlich auf ihrem Bett zu sitzen und zu versuchen, ihre Sachen einzupacken. Zuneigung kann ihr helfen, sich zu den anderen Damen an den Tisch zu setzen, wo man ihr beim Essen helfen sollte, auch wenn sie es eigentlich alleine kann – nur um sich mit ihr über das schöne Südtirol zu unterhalten.

Weitere Berichte eines Krankenpflegers aus einem Altenheim findet Ihr in Zukunft unter

Mittwoch, 14. November 2012

Marcus vs. Quintus

Die obligatorische Schlacht beginnt bei Centurion erst relativ spät, in der gefühlten 30. Minute, wobei es sich dann um eine eher konventionelle Schlachtszene handelt, die sehr realistisch die Probleme zeigt, die die römische Armee in Schottland hatte. Beim Adler der neunten Legion geht es nach einer kurzen Einleitung direkt zur Sache.
Wir schreiben das Jahr 117 n. Chr (Centurion) oder 120 n.Chr. (Der Adler der neunten Legion). Das Imperium Romanum umfasst den gesamten Mittelmeerraum. Gerade hat Kaiser Trajan das heutige Rumänien, große Teile Syriens und den heutigen Irak unterworfen. Eine Segelfahrt im Persischen Golf sollte zeigen, dass die römischen Kaiser nun endlich die würdigen Nachfolger Alexander des Großen waren.
Doch dann gab es das Britannien-Problem - eine unglaubliche Abnutzungsschlacht. Das römische Vietnam. Als die letzten Legionäre 410 n. Chr. die Insel verließen, da lagen 360 Jahre Guerilliakrieg hinter ihnen. Britannien war der Failed State der damaligen, römischen, Mittelmeerunion.
Michael Fassbender flieht vor den Pikten, mattsmoviereviews.net
Wir schreiben das Jahr 2011. Der Adler der neunten Legion (Adler) stellt sich Centurion aus dem Jahr 2010. Beide Filme versuchen, uns die Geschichte der Kämpfe in den Hinterhälten grausamer Waldvölker, den Pikten, näherzubringen. Doch bei denen handelte es sich erst später um die so genannten "picti" um die Ureinwohner des Landes Schottlands. Tacitus bezeichnet die von den Römern im schottischen Hochland angetroffenen Völker als "caledoni". Im Keltischen heißt das wahrscheinlich "Waldleute". Wir wissen auch nicht, ob wir zu der von den Filmen benutzen Datierung schon von einer piktischen Kultur sprechen können. Die Iren nennen die dortigen Einwohner zu dieser Zeit "cruithni" oder auch "cruthin". Erst spät, ab Mitte des dritten Jahrhunderts n.Chr., betreten die Völker die Weltenbühne, welche die Filme als Pikten bezeichnen. 
Die Pikten haben Channing Tatum, www.google.de
Somit liegen beide Filme bezüglich der zeitlichen Einordnung falsch. Sie verschieben die Auseinandersetzung mit den Pikten um ein halbes Jahrhundert.
Der Held im Adler, Marcus Flavius Aquila (Channing Tatum) wird fast durchgehend von einem Gefährten begleitet, während der Centurion, Quintus Dias (Michael Fassbender), eine kleine übersichtliche Truppe von alten Kriegern um sich schart. Die Auseinandersetzung liegt dann bei Adler auch eher auf dem Verhältnis des Römers zu seinem germanischen Sklaven während sie sich auf der Suche nach dem Adler der verschollenen neunten Legion befinden; während in Centurion eine kleine Gruppe von Überlebenden der neunten Legion, die im Land der Pikten eigentlich schon genug Probleme haben, zu überleben, ihrem Anführer in immer kühnere Abenteuer folgt. Beide Filme schildern die Reise in eine für die Römer fremde Welt - die der Pikten - vor einer atemberaubenden Naturkulisse und sparen es sich, zu einem blödsinnigen Kampf des Guten gegen das Böse zu tendieren. 
Marcus Flavius Aquila tritt vor seinem Ausfall aus dem umzingelten Kastell in der 17. Minute noch einmal vor die Büste Kaiser Marc Aurels. Die Römer werden in beiden Filmen als antike Marines dargestellt. Was treibt eigentlich die beiden Helden an? Sie sind Soldaten und ihrem Land treu ergeben. Aber sie zweifeln an dem Sinn des Grauens, dass sich ihnen bietet. Marc Aurel hat es jedoch so befohlen. Also wird gehorcht.
Die Realität war hart und zumindest der Director's Cut (im Rahmen dieser Filmkritiken werden nur die Director's Cut-Versionen besprochen) von Centurion spart nicht mir grausamen Kampfszenen. Doch jeder von uns, der einen guten Römerfilm liebt, möchte natürlich auch erfahren, wie die angeblich so hoch entwickelte Kultur der Römer einen so blutigen Feldzug führen konnte. Beide Filme sind zu empfehlen, wobei man sagen muss, dass Michael Fassbender schon der herausragende Römer unserer Dekade ist. Gleich hinter Maximus.

Freitag, 9. November 2012

King Animal

16 Jahre nach „Down On the Upside“ aus dem Jahr 1996 gibt es wieder ein neues Album von Soundgarden: King Animal. Am 7. November spielten sie das einzige Deutschlandkonzert im Rahmen der Promotiontour.
Soundgarden mit "Outshined" vom Album "Badmotorfinger" (1991) live in Dortmund
Ein komplettes Konzert aus dem Jahr 2012 (Rock am Ring) könnt Ihr Euch hier ansehen/anhören:
 Konzertkritik eines Anwesenden in Dortmund: "Problem ist, die Gitarren waren zu leise und lasch, mit dem gleichen drummer waren pearl jam besser. Klingen mehr nach rock pop als doom.


Donnerstag, 8. November 2012

Song der Woche - Faith no more - "Reunited"


der link zum Download: ReUNITED (live)


Das komplette Konzert könnt Ihr Euch hier ansehen:
Faith No More live in Santiago 2009!
 
Sie starten mit dem extrem ruhigen "Reunited", aber dann lassen sie es krachen!